Urlaub im "Fischerhaus an der Stadtmauer"
oder im "Fischerhaus am Brunnenplatz"
 

Jeder Stein (er)zählt,
jeder Balken sp(b)richt


Die Entstehung der Ferienhäuser Fischerhaus an der Stadtmauer
und Fischerhaus am Brunnenplatz 

Das Haus mit dem Walmdach zur Straße hin, war schon sehr alt und wurde nach einem kalten Winter in seiner Substanz so geschädigt, dass es nicht mehr bewohnbar war. Also zogen die Großeltern meiner Frau zusammen mit ihren 3 Kindern in die Mittelstadt, wo durch den Tod eines Bruders Wohnraum frei wurde.  Das Elternhaus am Brunnenplatz im Unterstädtle war nicht mehr zu reparieren, man entschloss sich, das Haus abzureißen und dem Erdboden gleich zu machen. Seit 30 Jahren wurde das Grundstück nunmehr als Garten genutzt.


Die beiden angrenzenden Gebäude aus der gleichen Entstehungszeit um 1705 hielten dem Verfall noch einige Jahre stand, bevor auch sie für Wohnraum nicht mehr zu gebrauchen waren und somit dem Verfall preisgegeben wurden.
Der Brunnenplatz sollte sein ursprüngliches Gesicht verändern und der neuen Zeit anpassen, ohne seinen Charme zu verlieren. Früher als der Rhein noch ungebändigt bis an den Ort heranreichte, war er in nur wenigen Schritten durch das Wassertor zu erreichen. Hier, am Fuße der Stadtmauer waren die Fischer zuhause, die der engen Gasse auch den Namen gaben.

Nun 2 Generationen später sollte meine Frau dieses Gartengrundstück zugesprochen bekommen. Wir hatten uns schon ein eigenes Nest gebaut und einige Erfahrung beim Bauen und Sanieren gesammelt, sodass wir uns entschieden, die beiden angrenzenden Grundstücke dazu zu kaufen, um damit Wohnraum für unsere heranwachsenden Kinder schaffen. Bei der Planung stellte sich schnell heraus, dass das anstehende Vorhaben zu einer Lebensaufgabe werden würde, die nur durch sehr viel Mut, Ehrgeiz und Willen bewältigt werden kann. Das ganze Areal hatte jedoch einen unglaublichen Charme und eine Anziehungskraft, die rationales Denken sehr stark beeinträchtigte.

Der Wunsch, die beiden dem Verfall preisgegebenen Fischerhäuser wieder zum Leben zu erwecken wuchs mit der Vorstellung,    was daraus werden könnte.
Auf dem Dachboden des Fischerhauses an der Stadtmauer fanden wir unter Stroh und Staub vergraben ein altes Kruzifix mit einer Christusfigur deren Arme abgeschlagen und dessen Körper stark beschädigt war. Es hatte wie das Haus auch gelitten und schien um Hilfe zu bitten. Für die anstehende Bauzeit sollte es uns fortan als Schutzengel vor Unfällen und anderen Nöten bewahren und ist bis heute im vorgefundenen Zustand erhalten.

September 2005
Nachdem wir uns die finanzielle Seite schöngeredet hatten und die behördlichen Anforderungen geklärt waren, war es uns wichtig, die anstehende Baustelle nach außen hin abzusichern und mit einer Mauer einzufassen.


 Dann begannen wir mit dem Abriss der maroden Bausubstanz. Sicherheit war in den baufälligen Gebäudeteilen oberstes Gebot, sodass jeder Handgriff durchdacht sein musste. Das Haus war unmittelbar an die Stadtmauer angebaut und hatte für Diese offensichtlich auch eine Stützfunktion. Somit waren große Maschinen außen vor, vieles musste stehen bleiben und die meiste Arbeit wurde von Hand umgesetzt.
Mit jedem Holz und mit jedem Stein, den man in die Hand nahm, begann das Haus seine Geschichte zu erzählen.
Zum besseren Verständnis ist die heutige Funktion der nachstehend beschriebenen Gebäudeteile kursiv und in Klammer aufgeführt
Das Erdgeschoß des „Fischerhauses an der Stadtmauer“ wurde zu früherer Zeit ausschließlich als Stall (Küche) und Kellerraum (Wohnzimmer) genutzt. Ein Untergeschoß war aufgrund der hohen Feuchtigkeit durch den Druck des Bergwassers nicht denkbar. Dieser Bereich war seit jeher als Wasserscheide bekannt. Unsere Aufgabe war es also dieses Wasser zusammenzuführen und gezielt abzuleiten. Dabei mussten wir sehr schnell feststellen, dass auch die dicken Bruchsteinwände keine Fundamente hatten und nur auf Grund gebaut waren. Diese Aufgabe sollte uns aber erst zu einem späteren Zeitpunkt beschäftigen, mussten wir doch Angst haben, dass uns der marode Dachstuhl auf den Kopf fällt.
Der Bereich über dem Stall (Badezimmer 1.OG) war als Heuschober der Futterversorgung der Tiere vorbehalten, sodass zum Wohnen, Essen und Schlafen nur der Rest des 1. Obergeschoßes (Schlafzimmer) und zum Kochen und Heizen nur das Treppenhaus (Treppenhaus) zur Verfügung stand. Beim Abbruch einzelner Mauerteile sollte der Rauchabzug in der Mauer oder der Wasserablauf des Spülsteins (Fenster im Treppenhaus) zum Vorschein kommen
Der Dachboden diente früher als Lagerfläche für Dinge, die nicht feucht werden durften und war nur über eine schmale Treppe mit Luke erreichbar. Die Funktion als Trockenraum war jedoch schon seit langer Zeit abhandengekommen, was dem fortgeschrittenen Verfall geschuldet war. Mittlerweile war das Betreten dieses Bereiches eher ein Wagnis, das selbst die Damen und Herren der Denkmalbehörde bei deren Begutachtung nicht mehr eingehen wollten. Eine fundierte Schadensanalyse hatte somit zur Folge, dass ein Fortbestand des Dachstuhls unter Denkmalschutzkriterien nicht länger aufrecht zu erhalten war und der Dachstuhl erneuert werden musste.
So begannen wir mit dem Abbruch, - Ziegel für Ziegel, Latte für Latte und Balken für Balken.


 Da es sich um unbehandeltes trockenes Holz handelte sollte alles von Nägeln befreit, als Brennholz im Kachelofen landen.
Zeitgleich hatten wir auch das Vorderhaus bis auf die Grundmauern abgebrochen, und begannen dann, von unten her mit dem Neuaufbau.


 Zuerst wurden neue Fenster und Türen in die Außenhülle eingebracht um helle Wohnräume zu schaffen.

 Nun sollte eine Baufirma anrücken, die an den Stall (Küche) anrenzend, den Platz für einen neuen Heizraum in die Hochterrasse gräbt. Hier mußte man jedoch schnell feststellen, daß der Fuß der Stadtmauer nicht wie beim Stall bis zum Niveau des Innenhofes reicht, sondern nur bis zur Ebene der Hochterrasse. Damit gefährdet ein Abgraben die Stabilität der Stadtmauer, sodaß eine neue Lösung gefunden werden sollte.  Auf einen Heizraum konnten wir nicht verzichten, also entschlossen wir uns für eine Erweiterung der Baumaßnahme dahingehend, die gesamte Grundstücksbreite unterhalb der Stadtmauer durch eine Spezialfirma abgraben zu lassen, und den Fuß der Stadtmauer mit einer Betonschale sichern zu lassen.


Der damit gewonnene Raum sollte Platz für den Heizraum und einen Wirtschaftsraum ergeben. So wurde m² für m² abgegraben und mit Spritzbeton und Stahlarmierung gesichert, und zeitgleich wurde die gesamte Schale im Berg verankert.
Die Außenmauer des Stalls (Küche) stellte sich bei den Grabarbeiten als derart instabil heraus sodaß auch diese dem Bagger zum Opfer fallen sollte.
Als Fundament für das neue Gebäudeteil wurde eine wasserfeste Bodenplatte gegossen, auf die wir dann die Küche, den Heizraum, den Wirtschaftsraum und eine zusätzliche Toilette planen konnten.
Nun galt es noch, die alten und die neu entstehenden Gebäudeteile mit einem Durchgang zu verbinden den wir als Rundbogen ausführen wollten.  Um der dicken Bruchsteinmauer die Stützkraft gegenüber der Stadtmauer nicht zu nehmen, mußten wir ein großes „U“ aus Beton fertigen, dann die Mauer in ihrer halben Stärke aufbrechen um das „U“ dort auf dem Kopf stehend einzusetzen und mit den Mauerteilen zu verbinden. Erst dann konnten wir die zweite Hälfte der Wandstärke öffnen und auch dort eine tragende Bogenmauerung einbringen.



Nachdem die Verbindung zum alten Gebäudeteil hergestellt war, mussten die alten Bruchsteinmauern mit einem neuen Fundament gesichert werden.


Stück für Stück haben wir die mächtige Bruchsteinmauer an unterschiedlichen Stellen nach und nach untergraben und mit Beton verfüllt, bis ringsum ein geschlossenes Fundament entstand, immer im Wettlauf mit eindringendem Bergwasser. Nach Fertigstellung des Fundamentes sollte auch der nasse Lehmboden durch Kies ersetzt werden um mit Drainagerohren das Wasser abzuleiten.
Erst der anschließend eingebrachte Betonboden sicherte endlich ein Weiterarbeiten trockenen Fußes.
Jetzt sollten die neuen Gebäudeteile wachsen und sich wieder an die alte Bausubstanz anfügen. Die bisherige Optik sollte unbedingt wiederhergestellt oder erhalten werden.
Während der Anbau für das Hinterhaus zunehmend Gestalt annahm, fertigte der Zimmermann eine neue Holzbalkendecke und einen neuen Dachstuhl für das Vorderhaus.
Im Vorderhaus sollte meine Tochter einziehen, sodass die Priorität der Fertigstellung nun auf dem Vorderhaus lag, in das auch bald die Fenster eingesetzt wurden.

Nun endlich konnte ich meine Leidenschaft, das Arbeiten mit Holz in den Baufortschritt einbringen. Ich bin ausgesprochener Liebhaber von hartem, beständigem Eichenholz. Wo immer ich Eichenholzstämme kaufen konnte, hatte ich zugeschlagen, aufsägen lassen und zum Trocknen aufgeschichtet.  Aus diesem Fundus konnte ich nun schöpfen. Zunächst galt es, die neuen Fenster mit Fensterbänken zu versehen, es sollte etwas Besonderes werden. Die leicht gerundete Form sollte sich harmonischer in das Raumbild einfügen und mit den abgerundeten Fensterlaibungen mehr Gemütlichkeit ausstrahlen.

Zu dieser Zeit sollte auch die alte Treppe im Haus meiner Schwiegereltern im Mittelstädtle durch eine Neue ersetzt werden. Ich hatte mir vorgenommen diese Treppe fachgerecht auszubauen, die alten Eichenstufen aufzuarbeiten, neu zu lackieren und die Treppe im Vorderhaus einzubauen. Allein die Vorstellung, daß diese Treppe seit über 100 Jahren der Familie gedient hatte und immer noch in einem sehr guten Zustand war, daß sie in dieser Zeit Freud und Leid getragen hat, war mein Antrieb für dieses Vorhaben.
Für die ebenfalls erforderliche neue Haustür hatte ich alte gusseiserne Gitter für die Fensterverglasung im Internet ersteigert, neu beschichten lassen und zusammen mit einem Stapel Eichenholz zum Schreiner gebracht, der mir daraus eine massive Tür nach meinen Vorstellungen gefertigt hat.
Damit konnte ich nun mit dem Innenausbau beginnen. Im Obergeschoß konnte ich mit zwei begehbaren Kleiderschränken das Problem der fehlenden Stellwand für einen Schrank beheben. Die Küche sollte zum Essbereich hin offen und hell bleiben, ein Fernseher sollte Platz finden, der Backofen sollte in Augenhöhe eingebaut werden, während dem Kochen sollte Kommunikation stattfinden können. Die Lösung für solche Anforderungen wurden meist nach Abschluss der täglichen Arbeiten durchdacht und geplant. Nachdem die Helfer nach Hause gegangen waren, kamen die stillen Planungsmomente. Einfach nur dasitzen, die getane Arbeit bewerten und die nächsten Schritte planen. So folgten die Sanitär- und Elektroinstallationen, Heizung, die Putzarbeiten, dann Fliesen und Bodenbeläge bis ein wohnliches Nest zustande kam, in das meine Tochter einziehen konnte.

An der Stadtmauer wuchs derweil der Anbau für die neue Küche, der Heizraum, ein Gäste-WC sowie ein Wirtschaftsraum und fügte sich an die dicken Bruchsteinmauern des bestehenden Gebäudes. Nach Vollendung des Rohbaus am Hinterhaus konnte auch dieser Bereich mit einem maßgefertigten Gebälk für die Dachkonstruktion und anschließend einer Ziegeleindeckung fertig gestellt werden. Nun konnten wir auch hier unabhängig von der Witterung weiterarbeiten.

Das Gebäude hatte nun zwar ein neues Dach, aber in großen Teilen immer noch die ursprünglichen Bruchsteinwände mit wenig Licht für die Innenräume, einen offenen Eingangsbereich ohne festen Boden und einer maroden Zwischendecke über dem Erdgeschoß

So brachen wir nach dem bisher bewährten Prinzip eine Fensteröffnung für das künftige Wohnzimmer aus der fast 1 m dicken Bruchsteinwand. Zuerst eine Hälfte der Mauerdicke vorsichtig herausbrechen, dann die Seiten ausmauern und einen tragfähigen Sturz einbauen, dann die andere Hälfte der Mauer und ebenfalls gleich ringsum verfestigen.
Im nächsten Schritt galt es den Eingangsbereich herzustellen, das bedeutet ein Fundament für die künftige Haustür herstellen, den Boden ausgraben, Drainagekies mit Entwässerungsrohren einbauen und einen wasserdichten Betonboden gießen.
Nun musste die Zwischendecke ersetzt werden. Die alten Bodenbretter mussten weichen, die rußige Schlacke aus den Balkenfeldern geschaufelt und sauber herausgefegt werden um anschließend die Balken aus dem Mauerwerk heraus zu sägen.
Die künftigen Deckenbalken sollte nicht mehr in die Bruchsteinmauer eingelassen, sondern links und rechts auf je einem Träger aufliegen. Dafür mussten wir an der Stadtmauer zwei Betonpfeiler herstellen und auf der Gegenseite je eine Mauerauflage. Nach Fertigstellung dieser Vorleistungen konnte der Zimmermann die Balkenlage für die neue Geschoßdecke einziehen. Endlich war der Rückbau der alten Bausubstanz abgeschlossen, und wir konnten mit der Raumeinteilung und den Installationen beginnen.
Mittlerweile hatten wir Mai 2009 und damit bereits 3 ½ Jahre Bauzeit hinter uns.
Auch hier galt es nun den zugigen Rohbau mit Fenstern zu versehen und die Türen in Auftrag zu geben.  Die Haupteingangstür sollte nach dem Vorbild des Vorderhauses gefertigt werden, für die Tür zur künftigen Küche sollte auf Basis der bisherigen Nutzung eine zweiteilige Stalltür entstehen, die Nebeneingangstür und das Tor zum Wirtschaftsraum sollte sich in das gesamte Bild einfügen. Auch hier war wieder ein Berg Eichenholz erforderlich den der Schreiner zur Umsetzung benötigte.
Neben den Fenstern und Türen war auch eine neue Treppe über 2 Stockwerke erforderlich, diese musste sich in die engen Gegebenheiten des  alten Treppenhauses einpassen. Hier hatte ich das Glück, einen sehr guten Freund zu kennen, der das Handwerk des Treppenbauers nach alter Schule gelernt hatte aber aktuell nicht mehr in diesem Berufszweig gearbeitet hat.  Er bot mir an, sein Wissen zur Verfügung zu stellen und mich beim Bau einer Treppe zu unterstützen. Ich hatte immer wieder Eichenstämme gekauft, diese aufsägen lassen und so noch einen beachtlichen Vorrat gelagert, der vor der Verarbeitung noch in die Trockenkammer musste.  Um für die Treppe eine vernünftige Stufenbreite zu erreichen, sollte von der Giebelmauer mindestens 15 cm Wandstärke abgenommen werden, was mich bei einer Bruchsteinwand vor Probleme stellte. Lockerst du einen Stein, fällt er dir komplett entgegen und hinterlässt ein Loch das du in dieser Größe nicht haben wolltest. Also gab es nur die Möglichkeit, in die Steine dünne Scheiben zu schneiden, die durch ausbrechen nur soviel Material hergaben wie notwendig war. Eine langwierige und sehr staubige Angelegenheit, die aber letztendlich den benötigten Raum freisetzte.
Über zwei Jahre hinweg wurde dann gesägt, gehobelt, geleimt, geschliffen, gestemmt und wieder geschliffen, bis sich Stück für Stück ein Strich zum Anderen fügte und daraus ein kleines Kunstwerk entstand das am 10. April 2013 lackiert werden konnte.

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Diese Arbeiten konnten jedoch nur nach Feierabend, und auch nur dann, wenn beide Zeit hatten durchgeführt werden.
Daneben hatte ich zwischenzeitlich die Fensterbänke gefertigt, natürlich aus Eichenholz und aus Eichenbalken der ausgebauten Zwischendecke, eine neue Haustüreinfassung montiert.
Bei den Balken kam an einem Balken eine Jahreszahl zum Vorschein, die auf das Alter des Hauses schließen ließ.

„J M  1 7 0 5  T B


Allerdings schien dieser Balken bei seiner Beschriftung an einem anderen Platz des Hauses verbaut gewesen zu sein und wurde erst im Nachgang in die Decke umgesetzt. Die längs des Balkens verlaufende Kerbe für die Rundhölzer der Lehmwickel wurde erst später angebracht und durchschnitt somit erst später diesen Schriftzug. Vermutet wird, dass nach einem Brand im 18. Jahrhundert das noch erhaltene Material neu verwendet wurde.
Bei der Rekonstruktion des Fachwerks vor dem Badezimmer, haben wir diesen Balken in der unteren Lage verbaut, dort ist die Inschrift noch zu erkennen.
Den aus Vulkangestein gehauenen Rundbogen vom Treppenhaus zum neuen Wohnzimmer hatten wir in der Rohbauphase ausgebaut und nun wieder eingesetzt und ausgebessert.
Die beiden Sandsteinstufen zum Wohnzimmer hin, lagerten seit vielen Jahren als Überbleibsel der Kirchenrenovation unserer St. Pankratius Kirche auf dem Kirchplatz. Als ehemaliger Kirchengemeinderat hatte ich mich an den damaligen Ausbau erinnert und auch daran, als junger Ministrant auf diesen Stufen knieend die Messe begleitet zu haben, sodass ich mit Erlaubnis der aktuell Verantwortlichen die Stufen aufarbeiten und am neuen Ort verbauen ließ.
Die Küche sollte ein zum Licht hin offenes Arbeiten ermöglichen und dennoch Platz für Kochen und Essen für 4 Personen bieten, was auf der verfügbaren Fläche eine Herausforderung war. Die Kochinsel musste somit weit möglichst an die Rückwand gerückt werden, woraus der Gedanke gebahr, Backofen und Kaffeemaschinenstellplatz in die Wand zu versenken.
Maßgefertigte Bauteile wie Tor und Außentüren sowie Treppen und Fensterbänke wurden aus massivem Eichenholz gefertigt, Holzböden und Zimmertüren in den Obergeschoßen sollten eine Eichenoptik erhalten, da diese Holzart meine Leidenschaft wiederspiegelt und im gesamten Gebäude auch bei der Inneneinrichtung dominiert.
Das gesamte Ensemble aus Vorderhaus und Hinterhaus sollte auf den Innenhof ausgerichtet sein und die durch eine Mauer zur Straße hin geschützte Freifläche in das Wohnen integrieren. Um diesen Bereich auch an heißen Sommertagen genießen zu können sollte eine schattenspendende Hofeiche dafür den Mittelpunkt bilden.
So fügte sich jedes Gewerk, gleich einem Puzzleteil, gut durchdacht aneinander und wurde zu einem harmonischen Bild für einen entspannten Aufenthalt mit Wohlfühlfaktor für künftige Bewohner.
Viele Gegebenheiten, Anforderungen und daraus resultierende Lösungen gäbe es noch zu erzählen, viele Bilder, die das Ausmaß der Arbeiten aufzeigen, müssten hier eingefügt werden würden aber den Rahmen dieser Zusammenfassung sprengen.

Über eine Dauer von 10 Jahren Bauzeit ist es uns gelungen, die beiden alten Fischerhäuser zu neuem Leben zu erwecken und den Charme der alten Zeit beizubehalten. Wir haben nachhaltige Baumaterialien verwendet und mit neuester Technik kombiniert, wir haben es für uns gemacht, wir sind stolz darauf und freuen uns, wenn Sie sich darin wohl fühlen.

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Carola und Alois Schies























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